Beseelte Landschaften - Spagat zwischen Abstraktem und Gegenständlichem

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In den landschaftlichen Arbeiten Heidi Lasch von Grünefelds kommen uns ganz viele kräftige Farben entgegen, die uns an den postimpressionistischen Stil erinnern, aber gleichzeitig auch an die informelle freie Malerei, die in der Hälfte des 20. Jahrhunderts, zu Zeiten des Kalten Krieges, im westlichen Europa gefördert wurde. Beide Stile beinhalten die gleiche stoffliche Behandlung. Es ist das Pastöse, der strukturierte Malgrund des Erlebten und Gelebten. Dabei verwendet Heidi Lasch verschiedene Materialien, die sie aufklebt und die aber fast untertauchen, sich vermischen mit dem kräftig darüber liegenden Farbauftrag. Auf der einen Seite fließt ihre Psyche – im Symbol der Farbe – in die informelle Malerei ein, deren offene Formen der Phantasie des Betrachters freien Lauf lassen. Auf der anderen Seite legt sich die Farbe über das Gegenständliche und ummantelt es in einer Emotionalität, die für Heidi Lasch so typisch ist und ihren eigenen Stil prägt. Wir können bei ihr beide Seiten, das Abstrakte und das Gegenständliche, nicht trennen. Sie bilden eine Einheit und gehören zu ihrer Kunst, so wie auch wir Menschen viele Facetten haben. Ob es die innerliche beseelte Landschaft ist oder die Landschaft Brandenburgs mit ihrer Weite und dem großen Himmel: in ihren Alltäglichkeiten sind es einander bedingende Pole. Heidi Laschs Gefühl für die Gewichtigkeiten von großen und kleinen Flächen, sowie das Organisieren der Formen zueinander, verleiht den Bildern einen stabilen Charakter, und sie strahlen eine lebensfrohe Erdverbundenheit aus. Den Bildern haftet Traditionelles an – denken wir an den Maler Otto Niemeyer-Holstein (1896-1984), der auf Usedom wohnte – was aber kein Nachteil ist, sondern unsere Sehgewohnheiten festigt und die Palette der verschiedenartigen Kunstrichtungen aufzeigt.

 Ulli Wannhoff

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